verveclubmusik

  • Jazzanova | Of All The Things (Limited Edition) (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Jazzanova
    VÖ: 24.10.2008 VÖ: 2008 Label: Verve | CD Bestellnr.: 0602517851542 Verve
    Bei Jazzanova gibt es immer einen großen Erklärungsbedarf: "Die ganze Zeit muß man ...
  • Jazz-Club | New Sounds For Oldtimers (Jazz Club) (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Andere: Jazz-Club
    Artist: Peter Thomas Sound Orchester
    VÖ: 06.05.2008 VÖ: 2008 Label: | CD Bestellnr.: 0600753073483
    Wiederentdeckt und erstmals auf CD! 1967, kurz nachdem er mit seinem Soundtrack zur ...
  • Beady Belle | Belvedere (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Beady Belle
    VÖ: 25.04.2008 VÖ: 2008 Label: Emarcy Records | CD Bestellnr.: 0602517583856 alle Emarcy Records
    Mit ihrem vierten Album "Belvedere" brechen Beady Belle in musikalisch sanftere und souligere ...
  • Lizz Wright | The Orchard (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Lizz Wright
    VÖ: 01.02.2008 VÖ: 2008 Label: Verve | CD Bestellnr.: 0602517564510 alle Verve
    Auf "The Orchard", dessen Repertoire größtenteils aus Eigenkompositionen von Lizz Wright ...
  • Jose James | The Dreamer (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Jose James
    VÖ: 25.01.2008 VÖ: 2008 Label: V2 + Coop Label | CD Bestellnr.: 5033197496825 V2 + Coop Label
    James is more than just another cool stylist though, still in his mid-twenties, he is a young ...
  • Ledisi | Lost And Found (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Ledisi
    VÖ: 25.01.2008 VÖ: 2008 Label: Verve | CD Bestellnr.: 0602517330016 Verve
  • Teddy Thompson | Up Front & Down Low (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Teddy Thompson
    VÖ: 14.09.2007 VÖ: 2007 Label: Verve | CD Bestellnr.: 0602517329997 alle Verve
    Auf seinen ersten beiden Alben bewies Teddy Thompson, Sprößling der britischen ...
  • Kristin Asbjørnsen | Wayfaring Stranger - a spritual songbook (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Kristin Asbjørnsen, Kristin Asbjørnsen
    VÖ: 31.08.2007 VÖ: 2007 Label: Emarcy Records | CD Bestellnr.: 0602517050617 alle Emarcy Records
    Mit Wayfaring Stranger legt Kristin Asbjørnsen (Dadafon) nun also endlich ihr erstes Album ...
  • Curtis Stigers | Real Emotional (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Curtis Stigers
    VÖ: 06.07.2007 VÖ: 2007 Label: Concord Records | CD Bestellnr.: 0888072301504 alle Concord Records
    Auf seinem achtem Album "Real Emotional" demonstriert der Sänger und Tenorsaxophonist Curtis ...
  • Dee Dee Bridgewater | Red Earth (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Dee Dee Bridgewater
    VÖ: 30.03.2007 VÖ: 2007 Label: Emarcy Records | CD Bestellnr.: 0602517228290 alle Emarcy Records
    Den Titel “Red Earth” wählte die in Memphis geborene Sängerin, weil sie in ...
  • Vienna Teng | Dreaming Through The Noise (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Vienna Teng
    VÖ: 23.02.2007 VÖ: 2007 Label: Emarcy Records | CD Bestellnr.: 0602517126947 alle Emarcy Records
    Es ist noch gar nicht so lange her, dass Vienna Teng das Singen und die Songschreiberei lediglich ...
  • Mark Murphy | Love Is What Stays (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Mark Murphy
    VÖ: 02.02.2007 VÖ: 2007 Label: Verve | CD Bestellnr.: 0602517144897 alle Verve
    Vierundsiebzig Lebensjahre und fünfzig Jahre Musikkarriere sind eine lange Zeit, sie hat ihre ...
  • Marlango | Automatic Imperfection (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Marlango
    Andere: Juan De Dios Martín
    VÖ: 19.01.2007 VÖ: 2007 Label: Emarcy Records | CD Bestellnr.: 8436003393917 alle Emarcy Records
    Die Songs von "Automatic Imperfection" könnten in einem Zug entworfen worden sein, der die ...
  • The Puppini Sisters | Betcha Bottom Dollar (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: The Puppini Sisters
    VÖ: 20.10.2006 VÖ: 2006 Label: Verve | CD Bestellnr.: 0602517062276 alle Verve
    Willkommen, Bienvenue, Welcome, in der fabelhaft harmonischen Swingwelt der Puppini Sisters! Die ...
  • Elvis Costello | The River In Reverse (CD-Plus) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Elvis Costello, Allen Toussaint
    VÖ: 02.06.2006 VÖ: 2006 Label: Verve | CD-Plus Bestellnr.: 0602498567258 alle Verve
    Nun hat Costello, den der All Music Guide einen der “innovativsten, einflussreichsten und ...
  • Roy Hargrove | Nothing Serious (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Roy Hargrove
    Andere: Doug Sax
    VÖ: 05.05.2006 VÖ: 2006 Label: Verve | CD Bestellnr.: 0602498885079 alle Verve
    Die Improvisation spielt auf dem kokett "Nothing Serious" betitelten zweiten Album, das Roy ...
  • Torun Eriksen | Prayers & Observations (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Torun Eriksen
    VÖ: 10.03.2006 VÖ: 2006 Label: Emarcy Records | CD Bestellnr.: 0602498762691 alle Emarcy Records
    "Prayers & Observations" ist das zweite Album der norwegischen Songschreiberin und ...
  • Anna Maria Jopek | Secret (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Klavier: Anna Maria Jopek
    VÖ: 05.09.2005 VÖ: 2005 Label: Emarcy Records | CD Bestellnr.: 0602498701584 Emarcy Records
    Mit “Secret”, ihrem jüngstem Album für Universal Music, scheint die polnische ...
  • Johnny Liebling | Goldene Zeiten (CD-Plus) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Johnny Liebling
    VÖ: 29.08.2005 VÖ: 2005 Label: | CD-Plus Bestellnr.: 0602498711835
    Wenn Johnny Liebling ernst macht, fängt der Spaß erst an. Auf dem mit Chris von ...
  • Lizz Wright | Dreaming Wide Awake (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Solo: Lizz Wright
    VÖ: 20.06.2005 VÖ: 2005 Label: Verve | CD Bestellnr.: 0602498815533 Verve
    Rund um den Globus beeindruckte im Jahre 2003 wohl kein anderes Debütalbum die Jazzkritiker ...

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  • Jazzanova | Of All The Things (Limited Edition) (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Jazzanova
    VÖ: 24.10.2008 VÖ: 2008 Label: Verve | CD Bestellnr.: 0602517851542 Verve

    Bei Jazzanova gibt es immer einen großen Erklärungsbedarf: "Die ganze Zeit muß man den Leuten erklären, welcher Sinn jetzt eigentlich dahintersteckt", sagt Alexander Barck, einer der DJs von Jazzanova, mit einem ironischen Grinsen. "Manchmal ist das komisch für uns, weil wir uns selbst gar nicht diese Gedanken machen. Wir lieben Musik, hören sehr viel Musik - alt, neu - und machen gern Musik. Und das ist es. Ein spielerisches Umgehen damit."

    Klingt plausibel, ist aber stark untertrieben. Denn das sechsköpfige Clubkollektiv gehört weltweit zu den gefeierten Innovatoren im Dancefloor, im NuJazz, Broken Beat, im modernen Folk und Soul. Rund um den Globus beten DJs und Vinylfreaks Jazzanova an. Ihre Remixe für Masters At Work, Fat Freddys Drop, 4hero oder Ursula Rucker sind Kleinode. Aber auch für so verschiedene Künstler wie Lenny Kravitz, Common, Azymuth oder Calexico haben die sechs Berliner gerne das Kunststück gezeigt, unterschiedlichstes Ausgangsmaterial mit Respekt zu behandeln und dabei allem eine unverkennbare Jazzanova-Sound-Signatur zu geben.

    Ihr Mentor, der englische Top-A&R, Radiomacher und Labelgründer von Talkin' Loud, Gilles Peterson, hatte es sofort erkannt und kontaktierte die Jungs direkt nach ihrer ersten Veröffentlichung, um einen Remix für die japanische United Future Organization zu bekommen.  Schon kurze Zeit später waren Jazzanova für Jahre "ausgebucht" und eroberten mit ihren Produktionen und Remixen die Dancefloors der Welt und vor allem die Herzen ihrer Zuhörer.

     

    Die Fähigkeit, Musik verschiedener Stile auf einen Nenner zu bringen, und ihr enormer Aufwand und Einsatz, die Möglichkeiten auszuloten und umzusetzen, wird nicht nur sehr in der internationalen Musikwelt respektiert, sondern treibt sie auch immer an, einen Schritt voraus zu gehen. Dabei ist ihre Musik authentisch und funktioniert "ebenso auf dem Montreux Jazz Festival wie auch im illegalen Kellerclub des Cousins deiner Freundin", schrieb WaS-Kulturredakteur Cornelius Tittel. Wo andere Produzenten acht Pseudonyme haben, mit denen sie jeweils in dieselbe stilistische Kerbe hauen, bringen die sechs Berliner immer als "Jazzanova" einen achtbaren, außerweltlichen, unberechenbaren Stilmix heraus.

     

    "Berechnung spielt in diesem Prozess keine Rolle", betont Stefan Leisering. Es interessiert nicht, in welchem aktuellen Genre-Zusammenhang die Musik steht, mit der man sich gerade beschäftigt, was das gerade für einen Hipness-Faktor hat. Der Weg, die Entwicklung seien das Ziel. Es mache Spaß, "auf der Suche nach dem 'perfekten' Sound an ganz vielen verschiedenen Stationen vorbeizukommen und die Leute daran teilhaben zu lassen.

    "Unsere Musik kann die Leute mit auf eine Reise nehmen", sagt Alexander Barck. "Wenn wir es schaffen, sie damit zu faszinieren, wenn wir Menschen, die - sagen wir - brasilianische Musik nicht mögen (oder das zumindest dachten) dazu kriegen, zu einem Brasil-Track zu tanzen, wenn die sagen: 'noch nie gehört, aber Wahnsinn, ist jetzt meine Lieblingsmusik' - das sind die schönen Momente bei einer Produktion oder bei einem DJ-Set."

     

    Diesen Enthusiasmus, diese selbstbewußte Unbefangenheit, gepaart mit professioneller Ethik hört man sofort auf Jazzanovas neuem, zweiten Studioalbum "Of All The Things" heraus. Es fällt sofort auf, daß Jazzanova wieder mit verschiedenen Stimmen gearbeitet haben und die Mehrzahl männlich ist:

     

    Leon Ware (Soul-Legende und Writer/Producer von Marvin Gayes Album "I Want You") covert - gemeinsam mit Dwele (Solist für Common und Kanye West) - einen eigenen Song von 1981.

     

    Mit Phonte (Rapper der US-HipHop-Band Little Brother) kommen Jazzanova zurück zu ihren HipHop-Wurzeln.

     

    Der Detroiter Paul Randolph, der Londoner Ben Westbeech und José James aus Minneapolis - die beiden letzteren brachten unlängst ihre Debütalben auf Gilles Petersons Brownswood-Label heraus - oder Dallas (von den Neuseeländern Fat Freddys Drop) sind mit dabei.

     

    "Daß es so viele Männer geworden sind, ist eigentlich eher ein Zufall", sagt Claas Brieler, "aber alles klingt richtig."

     

    Die Liste an Musikern, die für dieses Album aufgenommen wurden, ist so umfangreich, daß man sie nicht aufzählen könnte. Man denke sich nur, daß Jazzanova in den letzten Jahren allein als DJs wohl mindestens 80 Mal um die Welt gefahren sind und dabei von jeder Reise einen Musiker mitgebracht haben.

     

    "Für uns sind es zunächst einmal die Komposition, die Planung der Songs und die Produktion der Instrumentals, die das in sich verbundene Albumwerk ausmachen. Wenn wir dann mit den Stimmen arbeiten, wählen wir sie natürlich gezielt aus und plazieren sie genau so, wie sie in unsere Vision passen. Wir fügen sie als Elemente in unser Bild ein. Dieses Gesamtbild ist das Album. Eine gesamte, zusammenhängende Geschichte. Und so, wie Instrumentierungen und Stile verschieden sind, sind es eben auch die Sänger. Aber das sind wir - und den Zusammenhang kann man hören", sagt Axel Reinemer.

     

    Überhaupt hört, spürt und fühlt man viel beim Durchhören dieser Musik! Es ist viel Soul, die Musik ist lebendig und deep zugleich.  Jazzanova haben dieses Album genutzt, um sich und ihre Musik in Songs auszudrücken. Wer ihren Weg verfolgt hat, weiß, daß ihr Interesse an Songs im Verhältnis zu Dancefloor-orientierten Produktionen immer weiter gewachsen ist. Schon ihr erstes Album, der Genreklassiker "In Between" von 2002, hatte die Sample- und Beatspezialisten mit höchsten Ambitionen auf die Bühne berufen. Zuletzt hatte ihre Produktion für das Musical "Belle et Fou" 2006 angekündigt, daß Jazzanova sich für ihr nächstes Album viel vornehmen würden.

     

    Songs und umfangreiche Aufnahmen von Instrumenten standen auf dem Plan. Was sie allerdings mit "Of All The Things" abliefern, sprengt hinsichtlich der gesamten Produktion den bekannten Rahmen. Mit solch einem Set-Up wären wahrscheinlich auch Frank Sinatra oder James Brown zufrieden gewesen. Allein für "Let Me Show Ya" wurden zwölf Streicher, viele weitere Instrumente und ein Background-Chor mit acht Stimmen aufgenommen. "Der Hintergrundchor ist leise, aber man spürt die Kraft, und deshalb betreiben wir diesen Aufwand", sagt Axel Reinemer.

     

    Und dabei ist ein großer internationaler Sound entstanden; es passiert eine Menge Musik! Über das ganze Album gesehen arbeiten Jazzanova reichhaltig mit Ideen, Soundschichten- und  Ebenen. Im Gegensatz zu früher haben Jazzanova auf diesem Album kaum mit Samples gearbeitet. Die Beats kommen aus dem Rechner, aber fast alles andere ist live aufgenommen. Hatten sie auf "In Between" noch dutzende Vinyl-Samples verarbeitet, um ihre Soundvision umzusetzen, so geschieht das jetzt mit Musikern und eigenen Einspielungen. 

     

    "Unsere Herangehensweise ist heute anders", sagt Axel Reinemer. "Früher haben wir viele Samples  genutzt, um unsere eigenen Soundwelten zu kreieren. Dieselbe Richtung verfolgen wir noch immer. Das hatte auch mit Samples schon viel Soul. Aber heute schaffen wir  uns unsere Soundwelten durch eigene, neue Aufnahmen mit Instrumentalisten. Wir können mit diesen Live-Aufnahmen unsere Songs besser und flexibler umsetzen. Wir haben mehr Spielräume, weil Samples eine festgelegte harmonische Umgebung haben."

     

    "Aber natürlich haben Samples auch viele tolle Eigenschaften", sagt Claas Brieler. "Zum  Beispiel etwa den speziellen Klang aus einer anderen Zeit und mit anderem Equipment. Aber die Live-Aufnahme ermöglicht es uns, viel bessere Arrangements für uns und unsere Songs zu machen. Das heißt trotzdem, daß es immer wieder interessant sein kann, mit Samples zu arbeiten. Und deshalb haben wir das auch auf diesem Album gemacht."

     

    "Wir gehen eigentlich dahin, unsere eigenen Samples zu produzieren", sagt Jürgen von Knoblauch. "Von 'Let Me Show Ya' haben wir die Soundwelt zerpflückt (und uns selbst gesampled) um dann 'So Far From Home' mit Phonte daraus zu machen. Speziell das Ende haben wir beim Komponieren, Arrangieren und bei den Recordings schon so angelegt, daß wir es hinterher samplen können. Als Sample konnten wir es dann unseren Bedürfnissen genau anpassen, weil wir ja auf alle Teile separat zugreifen können."

     

    Am Ende - sonst wären Jazzanova nicht Jazzanova - wurden die zig so entstandenen Versionen und Teile auseinandergenommen und wie ein Puzzle wieder zusammengesetzt. Das war akribisch und extrem zeitaufwendig. "Wir haben mit dieser Arbeitsweise die Grenzen eingerissen", sagt Stefan Leisering. "Unser Ziel war nicht minimal sondern maximal."

Theme Discografie

  • Jazzanova | Of All The Things (Limited Edition) (CD) Tonträger Audio Format: CD Album
    Artist: Jazzanova
    VÖ: 24.10.2008 VÖ: 2008 Label: Verve | CD Bestellnr.: 0602517851542 Verve

    Bei Jazzanova gibt es immer einen großen Erklärungsbedarf: "Die ganze Zeit muß man den Leuten erklären, welcher Sinn jetzt eigentlich dahintersteckt", sagt Alexander Barck, einer der DJs von Jazzanova, mit einem ironischen Grinsen. "Manchmal ist das komisch für uns, weil wir uns selbst gar nicht diese Gedanken machen. Wir lieben Musik, hören sehr viel Musik - alt, neu - und machen gern Musik. Und das ist es. Ein spielerisches Umgehen damit."

    Klingt plausibel, ist aber stark untertrieben. Denn das sechsköpfige Clubkollektiv gehört weltweit zu den gefeierten Innovatoren im Dancefloor, im NuJazz, Broken Beat, im modernen Folk und Soul. Rund um den Globus beten DJs und Vinylfreaks Jazzanova an. Ihre Remixe für Masters At Work, Fat Freddys Drop, 4hero oder Ursula Rucker sind Kleinode. Aber auch für so verschiedene Künstler wie Lenny Kravitz, Common, Azymuth oder Calexico haben die sechs Berliner gerne das Kunststück gezeigt, unterschiedlichstes Ausgangsmaterial mit Respekt zu behandeln und dabei allem eine unverkennbare Jazzanova-Sound-Signatur zu geben.

    Ihr Mentor, der englische Top-A&R, Radiomacher und Labelgründer von Talkin' Loud, Gilles Peterson, hatte es sofort erkannt und kontaktierte die Jungs direkt nach ihrer ersten Veröffentlichung, um einen Remix für die japanische United Future Organization zu bekommen.  Schon kurze Zeit später waren Jazzanova für Jahre "ausgebucht" und eroberten mit ihren Produktionen und Remixen die Dancefloors der Welt und vor allem die Herzen ihrer Zuhörer.

     

    Die Fähigkeit, Musik verschiedener Stile auf einen Nenner zu bringen, und ihr enormer Aufwand und Einsatz, die Möglichkeiten auszuloten und umzusetzen, wird nicht nur sehr in der internationalen Musikwelt respektiert, sondern treibt sie auch immer an, einen Schritt voraus zu gehen. Dabei ist ihre Musik authentisch und funktioniert "ebenso auf dem Montreux Jazz Festival wie auch im illegalen Kellerclub des Cousins deiner Freundin", schrieb WaS-Kulturredakteur Cornelius Tittel. Wo andere Produzenten acht Pseudonyme haben, mit denen sie jeweils in dieselbe stilistische Kerbe hauen, bringen die sechs Berliner immer als "Jazzanova" einen achtbaren, außerweltlichen, unberechenbaren Stilmix heraus.

     

    "Berechnung spielt in diesem Prozess keine Rolle", betont Stefan Leisering. Es interessiert nicht, in welchem aktuellen Genre-Zusammenhang die Musik steht, mit der man sich gerade beschäftigt, was das gerade für einen Hipness-Faktor hat. Der Weg, die Entwicklung seien das Ziel. Es mache Spaß, "auf der Suche nach dem 'perfekten' Sound an ganz vielen verschiedenen Stationen vorbeizukommen und die Leute daran teilhaben zu lassen.

    "Unsere Musik kann die Leute mit auf eine Reise nehmen", sagt Alexander Barck. "Wenn wir es schaffen, sie damit zu faszinieren, wenn wir Menschen, die - sagen wir - brasilianische Musik nicht mögen (oder das zumindest dachten) dazu kriegen, zu einem Brasil-Track zu tanzen, wenn die sagen: 'noch nie gehört, aber Wahnsinn, ist jetzt meine Lieblingsmusik' - das sind die schönen Momente bei einer Produktion oder bei einem DJ-Set."

     

    Diesen Enthusiasmus, diese selbstbewußte Unbefangenheit, gepaart mit professioneller Ethik hört man sofort auf Jazzanovas neuem, zweiten Studioalbum "Of All The Things" heraus. Es fällt sofort auf, daß Jazzanova wieder mit verschiedenen Stimmen gearbeitet haben und die Mehrzahl männlich ist:

     

    Leon Ware (Soul-Legende und Writer/Producer von Marvin Gayes Album "I Want You") covert - gemeinsam mit Dwele (Solist für Common und Kanye West) - einen eigenen Song von 1981.

     

    Mit Phonte (Rapper der US-HipHop-Band Little Brother) kommen Jazzanova zurück zu ihren HipHop-Wurzeln.

     

    Der Detroiter Paul Randolph, der Londoner Ben Westbeech und José James aus Minneapolis - die beiden letzteren brachten unlängst ihre Debütalben auf Gilles Petersons Brownswood-Label heraus - oder Dallas (von den Neuseeländern Fat Freddys Drop) sind mit dabei.

     

    "Daß es so viele Männer geworden sind, ist eigentlich eher ein Zufall", sagt Claas Brieler, "aber alles klingt richtig."

     

    Die Liste an Musikern, die für dieses Album aufgenommen wurden, ist so umfangreich, daß man sie nicht aufzählen könnte. Man denke sich nur, daß Jazzanova in den letzten Jahren allein als DJs wohl mindestens 80 Mal um die Welt gefahren sind und dabei von jeder Reise einen Musiker mitgebracht haben.

     

    "Für uns sind es zunächst einmal die Komposition, die Planung der Songs und die Produktion der Instrumentals, die das in sich verbundene Albumwerk ausmachen. Wenn wir dann mit den Stimmen arbeiten, wählen wir sie natürlich gezielt aus und plazieren sie genau so, wie sie in unsere Vision passen. Wir fügen sie als Elemente in unser Bild ein. Dieses Gesamtbild ist das Album. Eine gesamte, zusammenhängende Geschichte. Und so, wie Instrumentierungen und Stile verschieden sind, sind es eben auch die Sänger. Aber das sind wir - und den Zusammenhang kann man hören", sagt Axel Reinemer.

     

    Überhaupt hört, spürt und fühlt man viel beim Durchhören dieser Musik! Es ist viel Soul, die Musik ist lebendig und deep zugleich.  Jazzanova haben dieses Album genutzt, um sich und ihre Musik in Songs auszudrücken. Wer ihren Weg verfolgt hat, weiß, daß ihr Interesse an Songs im Verhältnis zu Dancefloor-orientierten Produktionen immer weiter gewachsen ist. Schon ihr erstes Album, der Genreklassiker "In Between" von 2002, hatte die Sample- und Beatspezialisten mit höchsten Ambitionen auf die Bühne berufen. Zuletzt hatte ihre Produktion für das Musical "Belle et Fou" 2006 angekündigt, daß Jazzanova sich für ihr nächstes Album viel vornehmen würden.

     

    Songs und umfangreiche Aufnahmen von Instrumenten standen auf dem Plan. Was sie allerdings mit "Of All The Things" abliefern, sprengt hinsichtlich der gesamten Produktion den bekannten Rahmen. Mit solch einem Set-Up wären wahrscheinlich auch Frank Sinatra oder James Brown zufrieden gewesen. Allein für "Let Me Show Ya" wurden zwölf Streicher, viele weitere Instrumente und ein Background-Chor mit acht Stimmen aufgenommen. "Der Hintergrundchor ist leise, aber man spürt die Kraft, und deshalb betreiben wir diesen Aufwand", sagt Axel Reinemer.

     

    Und dabei ist ein großer internationaler Sound entstanden; es passiert eine Menge Musik! Über das ganze Album gesehen arbeiten Jazzanova reichhaltig mit Ideen, Soundschichten- und  Ebenen. Im Gegensatz zu früher haben Jazzanova auf diesem Album kaum mit Samples gearbeitet. Die Beats kommen aus dem Rechner, aber fast alles andere ist live aufgenommen. Hatten sie auf "In Between" noch dutzende Vinyl-Samples verarbeitet, um ihre Soundvision umzusetzen, so geschieht das jetzt mit Musikern und eigenen Einspielungen. 

     

    "Unsere Herangehensweise ist heute anders", sagt Axel Reinemer. "Früher haben wir viele Samples  genutzt, um unsere eigenen Soundwelten zu kreieren. Dieselbe Richtung verfolgen wir noch immer. Das hatte auch mit Samples schon viel Soul. Aber heute schaffen wir  uns unsere Soundwelten durch eigene, neue Aufnahmen mit Instrumentalisten. Wir können mit diesen Live-Aufnahmen unsere Songs besser und flexibler umsetzen. Wir haben mehr Spielräume, weil Samples eine festgelegte harmonische Umgebung haben."

     

    "Aber natürlich haben Samples auch viele tolle Eigenschaften", sagt Claas Brieler. "Zum  Beispiel etwa den speziellen Klang aus einer anderen Zeit und mit anderem Equipment. Aber die Live-Aufnahme ermöglicht es uns, viel bessere Arrangements für uns und unsere Songs zu machen. Das heißt trotzdem, daß es immer wieder interessant sein kann, mit Samples zu arbeiten. Und deshalb haben wir das auch auf diesem Album gemacht."

     

    "Wir gehen eigentlich dahin, unsere eigenen Samples zu produzieren", sagt Jürgen von Knoblauch. "Von 'Let Me Show Ya' haben wir die Soundwelt zerpflückt (und uns selbst gesampled) um dann 'So Far From Home' mit Phonte daraus zu machen. Speziell das Ende haben wir beim Komponieren, Arrangieren und bei den Recordings schon so angelegt, daß wir es hinterher samplen können. Als Sample konnten wir es dann unseren Bedürfnissen genau anpassen, weil wir ja auf alle Teile separat zugreifen können."

     

    Am Ende - sonst wären Jazzanova nicht Jazzanova - wurden die zig so entstandenen Versionen und Teile auseinandergenommen und wie ein Puzzle wieder zusammengesetzt. Das war akribisch und extrem zeitaufwendig. "Wir haben mit dieser Arbeitsweise die Grenzen eingerissen", sagt Stefan Leisering. "Unser Ziel war nicht minimal sondern maximal."

    CD
    1. Look What You're Doin' To Me 03:01 Universal Music
    2. Let Me Show Ya 06:26 Universal Music
    3. I Can See 03:31 Universal Music
    4. Lie 04:30 Universal Music
    5. Little Bird 06:05 Universal Music
    6. Rockin' You Eternally 04:43 Universal Music
    7. So Far From Home 04:12 Universal Music
    8. What Do You Want? 04:46 Universal Music
    9. Lucky Girl 03:34 Universal Music
    10. Gafiera 02:38 Universal Music
    11. Morning Scapes 04:10 Universal Music
    12. Dial A Cliché 04:14 Universal Music